Max Payne 3 – mein Test

Als großer Fan von Max Payne 1+2 war ich bei der Ankündigung von Max Payne 3 überaus skeptisch, ja sogar enttäuscht: ein fetter, alter „Bruce Willis“ -Verschnitt im sonnigen, farbenfrohen Brasilien? Was hat Rockstar eigentlich an „Noir York City“ und „Max journey through the night“ nicht verstanden? Das kann doch nix werden! Das werde ich nie und nimmer spielen – R.I.P. Max! Mit dieser Meinung war ich auch keinesfalls alleine wie ich anhand vieler Kommentare in Foren und Co lesen konnte.

Nachdem nach und nach mehr über das Spiel bekannt wurde sank meine Skepsis etwas und es machte sich ein neben dieser anderes Gefühl breit: neugieriges Interesse. So war ich am Releasetag wirklich hin und hergerissen ob ich es mir kaufen sollte oder nicht. Die letzten Kritiken und Usermeinungen waren überwiegend sehr positiv. Und so kaufte ich es mir – nicht mit voller Überzeugung, aber in der Hoffnung positiv überrascht zu werden.

Nun nachdem ich das Spiel durch habe kann ich sagen: der Kauf hat sich gelohnt! Es ist kein 08/15-Shooter – wer das behauptet kann das Spiel nicht gespielt haben..

Der Soundtrack ist Rockstar-typisch genial – auch das typische Klavierthema kommt vor. Jedoch finde ich es nicht so passend und es kommt nicht an die orchestrale Version des zweiten Teils heran – schade.  Dafür sind die restlichen Tracks sehr treibend und immer stimmig. Für mich gipfelte die Musikuntermalung in der Flughafenmission in dem die Hintergrundmusik von Health eine Wahnsinnsatmosphäre kreierte – wirklich eine Ausnahmeerscheinung!

Das Leveldesign ist durchweg gut und immer sehr glaubwürdig.  Viele der Orte erinnern an die ersten Serienteile, wie z.B. eine Tiefgarage oder ein Polizeirevier – sehr schön. Die extravagante Genialität einiger Levels der Vorgänger wird leider nicht erreicht (wie z.B. Monas Funhouse oder die Mission in der Vinnie Cognitti im Captain BaseBallBat-Boy -Kostüm steckt). Leider fehlen auch komplett die Alptraumpassagen wie in den Vorgängern üblich.. – was ich persönlich sehr schade finde, weil sie für mich eine Grundsäule von Max Payne darstellen..
Etwas Humor in Form von Fernsehsendungen gibt es auch wieder. Allerdings bei weitem nicht so konsequent wie in den ersten beiden Teilen und auch nicht halb so kultverdächtig.

Die Story ist sehr gut und die Charaktere gut gezeichnet. Leider konnte ich stellenweise der Story schlecht folgen, weil ich lange an bestimmten schweren Stellen nicht weiterkam und anschließend nicht mehr genau wusste an welchem Punkte der Story ich eigentlich gerade war. Dazu kommen halt gewisse Zeitsprünge wo man Max in der Vergangenheit spielt. Letztendlich muss man da schon dankbar sein den Glatzkopf vom alten Max Payne und der Zwischenversion mit Bart unterscheiden zu können – sonst hätte man der Story wohl noch schlechter folgen können😉  Ich glaube zwar, dass man die Verwandlung auch anders hätte darstellen können, jedoch machen Max zynische, selbstkritische Kommentare wie lachhaft er doch aussieht die ganze Verwandlung wiederum glaubhaft.

Nochmal zurück zum Schwierigkeitsgrad: der ist durchgehend recht anspruchsvoll.. ich habe auf normal gespielt (was den zweiten von vier Schwierigkeitsgraden entspricht) und ich hatte an einigen Stellen schon ein paar mehr Versuche gebraucht.  Eine freie Speicherfunktion hätte das ganze angenehmer und einfacher gemacht – die automatischen Speicherplätze lagen für meinen Geschmack an manchen Stellen ungünstig oder zu weit auseinander.

Da die Gegneranzahl permanent absurd hoch ist (COD lässt grüßen), hätte ich mir hier und da ein paar Granaten im Waffenarsenal gewünscht – die wurden aber unverständlicherweise nicht ins Spiel aufgenommen, obwohl die Gegner durchaus welche in petto haben *argh*. Naja, die hohe Gegneranzahl sorgt zumindest dafür, dass man auf Achievementjagd gehen kann – wenngleich die Achievements leider etwas fehl am Platz wirken und etwas auf die Atmosphäre drücken… weniger wäre in diesem Fall mehr. Habe ich eigentlich erwähnt das die Gewaltdarstellung recht krass ist? Da wird schon in der Eröffnungsszene klar, dass dieses Spiel nur für Erwachsene geeignet ist – aber selbst dabei stellt man sich die Frage ob die Darstellung hier noch zweckmäßig ist oder nicht doch ein bißchen übers Ziel hinausgeschossen ist. Mich persönlich hätte etwas weniger Blut jedenfalls nicht gestört…

Kurz noch den Multiplayer-Modus angesprochen: Ist vorhanden, ist innovativ – aber motiviert nicht lange. Die Mühe hätte Rockstar sich sparen können und den zusätzlichen Arbeitsaufwand noch in den Singleplayer-Modus stecken können.

Fazit

Max Payne 3 ist ein sehr gutes Spiel welches sich spürbar vom Einheitsbrei abhebt. Allein dafür muss es schon gelobt werden. Die Inszenierung ist packend und der Soundtrack spitze. Auch die Grafik ist – soweit ich das beurteilen kann – auf sehr gutem Niveau. Die Handlung ist simpel aber sehr umständlich erzählt.
Irgendwie hatte ich aber die ganze Zeit über das Gefühl, dass irgendwas fehlt. Es wurde etwas von der ‚Essenz‘ des Max Payne gestohlen.. etwas zu viel meiner Meinung nach. Würde nicht Max Payne draufstehen wäre das gar kein Problem. Aber durch diesen Namen sind Vergleiche zu den Vorgängern unvermeidlich und da kommt Teil 3 leider einfach nicht ran.

Ich möchte an dieser Stelle auch auf das einstündige GameOne-Review verweisen, was auch noch einige Dinge auf den Punkt bringt die ich hier vielleicht nicht so ausführlich angesprochen habe.

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