Unsterbliche Klassiker: Destruction Derby

Was macht ein gutes Spiel aus? Grafik, Sound, Story, Spielmechanik, Multiplayer? Lässt sich das überhaupt anhand dieser Merkmale definieren? Für mich ist ein Spiel ein gutes Spiel wenn man es immer wieder rauskramt und spielen will – selbst nach Jahren, sogar Jahrzehnten noch.. Um solche „unsterblichen Klassiker“ soll es in dieser Kategorie gehen.

Ein solches Spiel ist für mich z.B. Destruction Derby aus dem Jahre 1995 – als Vorzeigespiel für die erste Playstation erschienen und eines (wenn nicht sogar das) erste Spiel was ich auf meinem ersten PC gespielt habe. Nach nunmehr  17 Jahren (!) habe ich es wieder herausgekramt und mit (dem für mich heiligen) DosBox zum Laufen gebracht – wie eigentlich fast jedes Jahr.. 

Warum? Das Spielprinzip könnte simpler nicht sein, die Grafik war schon 1995 nicht die allerbeste. Es gibt nur wenige Strecken und wenig abwechselnde Umgebungen, nur einen Wagentyp und nicht viele Spielmodi. Auf die Ohren gibts großteils eingängigen Drum’n’Bass der 90er.

Warum ist für mich dieses Spiel trotzdem spielenswerter als viele moderne Rennspiele?
Nun zuerst einmal sind die Spielmechaniken einfach perfekt: gezielt in andere Gegner reinrasen macht einfach irre Spaß – woran vor allem die supersimple Steuerung, die Fahrphysik und das (damals revolutionäre) Schadensmodell einen enormen Anteil haben! Da können sich echt manche modernen Arcaderacer noch eine Scheibe abschneiden. Und da nimmt man sogar nach fast zwei Jahrzehnten noch Klötzchengrafik in Kauf😉

Die Spielregeln sind super einfach: Hole so viele Punkte wie möglich indem du Gegner umdrehst oder kaputt fährst. Eine 90Grad-Drehung bringt zwei Punkte, 180 vier Punkte und ein 360’er bringt zehn Punkte.  Schafft man das beim Führenden bringt es doppelte Punkte.  10 Punkte gibt es auch wenn der gegnerische Wagen nach dem Crash nicht mehr weiterfahren kann. Fertig. Mehr braucht man nicht zu wissen.

Die Strecken sind ebenso simpel: es gibt keinerlei Höhenunterschiede und nur rechtwinkelige Kurven. Interessant wird es aber trotzdem durch unberechenbare Kreuzungen… Gerade was die Strecken angeht hat m.M.n. der Nachfolger Destruction Derby 2 versagt indem es einfach zu viel unnötigen Ballast wie z.b. Sprungchancen eingebaut hat (mal abgesehen davon war das Spiel einfach bockschwer und extrem frustrierend weil die Gegner anscheinend einen eingebauten Turbomodus hatten und elementare Dinge die im Vorgänger so viel Spaß machten –  wie den Gegner zu  drehen – einfach nicht mehr klappten..)

Destruction Derby ist perfekt um einfach mal 10 Minuten abschalten zu können.. Man muss sich keinen Kopf machen weil alles supersimpel ist. Klar, das machen viele CasualGames heutzutage auch – aber wie schon gesagt: andere Fahrzeuge schrotten macht einfach irre Spaß😀

Nachdem ich nun kurz das Spiel vorgestellt habe möchte ich einmal folgende Frage in den Raum werfen:

Warum zum Teufel ist noch niemand auf die Idee gekommen dieses Spiel 1:1 mit halbwegs moderner Grafik umzusetzen?

Ich meine das wäre ein perfektes Indie-Game was für vielleicht 5-10€ reißenden Absatz finden würde!

Man könnte das Spielprinzip auch noch verfeinern und dann einen AAA-Titel daraus machen:

  • Multiplayer
  • Strecken-Editor
  • Wagen-Editor (für eigene Wagen-Designs)
  • eine richtige Singleplayer-Story mit verschiedenen Rivalen und Verbündeten über mehrere Meisterschaften hinweg (frage mich eh warum das noch niemand bei einem Rennspiel gebacken gekriegt hat… Race Driver 1 hat damals an der Oberfläche gekratzt, aber ich denke da geht noch soviel mehr!)
  • Achievements natürlich😉
  • Reparaturen nach dem Rennen und evtl. Ersatzteile verwalten
  • Kommentatoren/Medien

Was aber unbedingt unangetastet bzw. 1:1 übernommen/nachgebildet werden sollte sind:

  • Regelwerk
  • Schadensmodell
  • Fahrphysik
  • simples Streckendesign ohne Schnickschnack

Wie schon gesagt: ich glaube man könnte da eine Menge heraus holen und es auch für den heutigen Markt attraktiv gestalten. Wollte das unbedingt mal loswerden😀

Bis dann, have fun!

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